Die Kompressionstherapie hat eine lange Vergangenheit, sie wurde schon vor hunderten von Jahren bei Schwellungen und Stauungszuständen erfolgreich eingesetzt. Seit gut einem Jahrhundert gibt es Strümpfe, welche durch ihre spezielle Strickart einen komprimierenden Effekt haben. Im Volksmund sind diese vor allem unter dem Namen Gummistrümpfe bekannt. Nicht ganz zu unrecht, denn die ursprünglichen Kompressionsstrümpfe wurden aus echtem Kautschuk gefertigt. Der Naturgummi wurde meistens mit Baumwollgarn verflochten, damit die Strümpfe tragbar wurden.
Oft werden die Begriffe Kompressionsstrümpfe und Stützstrümpfe fälschlicherweise gleichgesetzt. Im Gegensatz zu Stützstrümpfen weisen medizinisches Kompressionsstrümpfe einen graduellen Druckverlauf auf und müssen den RAL-Kriterien entsprechen. Stützstrümpfe dienen ausschliesslich zur Prophylaxe bei Venengesunden und sind nicht für eine Therapie geeignet.
Kompressionsstrümpfe im Wandel der Zeit
Heute gibt es nur noch wenige Kompressionsstrümpfe die aus natürlich vorkommende Materialien gefertigt sind. Als elastische Faser dient meistens Elastan. Der Vorteil gegenüber Naturgummi liegt vor allem in der längeren Haltbarkeit. Einige Hersteller verwenden sogar die Faser Lycra, welche bis zum siebenfachen gedehnt werden kann und sich anschliessend wieder in die ursprüngliche Form zusammenzieht. Damit wird das Anziehen der Strümpfe erleichtert, ohne dass die komprimierende Wirkung verloren geht. Je nach Kompressionsklasse ist der Anteil an elastischen Fasern zwischen 15 und 35%. Das restliche Gestrick besteht nur noch sehr selten aus Baumwolle. Moderne Polyamid-Mikrofasern haben das Naturgarn so gut wie abgelöst. Mikrofasern nehmen Feuchtigkeit besser auf und geben sie schneller an die Umgebung ab. So wird ein trockenes Hautklima geschaffen, worüber sich Dauerträger erfreuen können. Menschen mit sensibler Haut bevorzugen dennoch Baumwollstrümpfe. Ein gutes Produkt ist der Venosan 3000, welcher mit fast 50% Baumwolle der beliebteste ist.
Funktionelle Strümpfe
Es gibt eine Reihe Kompressionsstrümpfe, welche hochspezifische Garne verwenden um die Strümpfe für spezielle Situationen zu optimieren. Als einer der ersten bietet der Schweizer Hersteller Salzmann einen Strumpf mit Silberfasern an. Diese Strümpfe wirken antibakteriell und können so gut bei infektiösen Geschehen, wie z.B. Dem offenen Bein eingesetzt werden. Als guter Nebeneffekt wirken diese Kompressionsstrümpfe geruchshemmend. Auch Pflegelotionen können direkt in das Gestrick eingearbeitet werden, dies hat die deutsche Qualitätsmarke Bauerfeind mit dem VenoTrain micro balance gezeigt.
Sportstrümpfe
Was für eine gute Durchblutung sorgt, kann auch im Sport nicht schaden. Auf Grund dieser Hypothese versuchen sich die Hersteller nun zu übertreffen. Sigvaris bietet mit dem Performance wohl der am weitesten entwickelte Sportstrumpf an. Nahtloses Gestrick, antirutsch Sohle und Achillessehnenprotektor gehören zum Standard. Neu sind sogar ganze Kompressionskleider, welche möglichst viel Blut vom Unterhautgewebe zurück zum Herzen befördern -ein anderes Thema, dass nicht hier abgehandelt werden soll.
Mehr zum Thema Kompressionsstrümpfe findet Ihr im Blog:
http://www.kompressionsstruempfe.ch/info
Autor: Damiano Angehrn

